Gartenhaus Dacheindeckung

Dacheindeckung: Alles Gute kommt von oben

Nun ist die richtige Ausführung der Dacheindeckung dran – richtig heißt in diesem Zusammenhang zuverlässig dicht und zuverlässig dauerhaft für viele gute Gartenhausjahre!
Pult- und Flachdachhäuser sind hier ganz besonders ‚sensibel‘, aber auch die Satteldächer verlangen gutes Material und fachlich korrekte Arbeit. Da es eine verwirrend große Zahl von unterschiedlichen Dacheindeckungen im Fachhandel gibt, hier eine Übersicht mit klarer und ehrlicher Bewertung – und noch ein gutgemeinter Ratschlag dazu: eine wirklich 100% sichere Eindeckung sollte immer und ausschließlich vom Fachmann, eurem Dachdecker, ausgeführt werden:
1. Dachpappe
… der Klassiker, sollte man meinen – aber eben auch der Klassiker für kurzfristige Bauschäden bis hin zur kompletten Verrottung der Dachfläche. Um es klar zu sagen: nur Dachpappe allein (egal welcher Qualität) und dann auch noch nur genagelt / getackert ist eindeutig ungeeignet für eine dauerhafte Eindeckung. Schon nach kurzer Zeit werden z.B. an den Pappnägeln oder Klammern kleine Löcher entstehen, Wasser dringt ein und dann rottet das Dach eben unter der Pappe- und das für’s erste unsichtbar – seht ihr aber dann die ersten schwarzen Flecken von innen, ist es immer schon zu spät und irreparabel. Als Endeindeckung auf der Schweißbahn verklebt ggfs. möglich.


2. Bitumenschindeln
…die sind schon mal erheblich stabiler, aber auch hier gilt genau dasselbe wie für die Dachpappe wenn die Schindeln allein ohne Unterbau verlegt werden. Jedoch dekorativ in vielen Farben und als notwendiger UV-Schutz auf der Schweißbahn zu empfehlen.


3. Dachflächenschutz und sichere Traufkanten sowie Abschlüsse der Windfedern
Jetzt sind wir auf dem richtigen Weg: die klassische und absolut sichere Eindeckung kommt ohne Schweißbahn als Unterlage nicht aus. Dazu gehören auch Details, die nicht im Bausatz enthalten sein können, da jeder über seine eigene Ausführung entscheidet:
A. Traufbleche und Dachrinnen
Ohne beides geht hier gar nichts, wenn ihr das Regenwasser zuverlässig von der Dachfläche aber auch von den Seitenwänden eures Hauses ableitet. Traufbleche findet ihr schon vorgefertigt in eurem Baumarkt oder Fachhandel, auch kleinere Gartenhausdachrinnen aus Kunststoff sind hier erhältlich.
B. Aufkantungen
Empfehlen wir euch, damit der Ortgang optimal mit der Schweißbahn ausgeführt werden kann. Was nun eine Aufkantung und der Ortgang ist, zeigt euch Foto D. Aufkantungen werden aus einer Dreikantleiste und ggfs. einer weiteren Holzleiste (z.B. Dachlatte) so angefertigt, dass euer…
C. Ortgangsblech
… passgenau über den Windfedern eures Hauses übersteht und diese überdeckend schützt und dazu den Anschluss an die Dachfläche herstellt, auf dem die Schweißbahn verlegt wird. Die hier gezeigte Ausführung bedarf eines individuell angepassten Ortgangs-Bleches – das ist schon wieder eine Arbeit für den Fachmann. Aber Ortgangs-Bleche und auch Traufbleche gibt es auch in vielerlei Ausführungen fertig im Handel, manche benötigen auch keine Aufkantung, da sie direkt die indfeder umfassen und direkt an die Dachfläche anschließen. Bitte informiert euch in der Fachabteilung eures Marktes oder im Fachhandel über die verfügbaren fertigen Trauf- und Ortgangs-Bleche und auch über die Dachrinnensysteme und führt eure Eindeckung entsprechend aus.

4. Schweißbahn
Wie der Name schon andeutet: die hält wie geschweißt – und das wird sie auch. Während sie auf der Dachfläche überwiegend nur aufgelegt wird, wird die Bahn mit dem Brenner an den Traufkanten / First / Aufkantungen ‚verschweißt‘. Auch dies ist eine nicht nur anspruchsvolle, sondern auch gefährliche Arbeit, die ihr ausschließlich eurem Dachdecker überlassen solltet, dann könnt ihr auch erwarten, dass nicht nur das vom Fachmann gewählte Material, sondern auch die Arbeitsausführung euer ‚optimales Dach‘ garantiert. Im Handel gibt es aber auch diverse Bahnen unter schiedlicher Hersteller, die geklebt werden können. Auch hier bitte gut beraten lassen und das optimale System für euch auswählen. Grundsätzlich gilt: ohne ‚Schweißbahn‘, korrekt verarbeitet, wird euer Dach euch ganz sicher Ärger bereiten. Gut zu wissen: als Endeindeckung müssen fast bei allen angebotenen Bahnen noch als UV Schutz Schindeln oder ähnliches eingedeckt werden – das werdet ihr sicherlich sowieso machen wollen, denn euer Haus soll ja auch nach euren Vorstellungen schön gestaltet werden – und das Dach gehört zum ‚Gesicht‘ des Hauses.

5. Trapezbleche / Wellplatten / Dachplattensysteme / KSK
Fast immer zu empfehlen, da hier diverse Anbieter auf einander abgestimmte Eindeckungssysteme gleich komplett mit Ortgängen / Traufkanten und einfacher Verlegung anbieten. Achtet genau auf die Verlege-Anleitungen und sucht euch eueren Favoriten aus, denn nicht nur die Optik, die Qualität (und der Preis) zählt, sondern auch eine einfache und sichere Verlegung. Des Weiteren ist KSK ggfs. mit in die Erwägung zu ziehen, eine recht einfach zu verarbeitende, da selbstklebende dicke Folie oder auch EPDM Folie – auch hier bitte genau Herstellerangaben studieren, den Arbeitsaufwand abschätzen und dann entscheiden.

6. Flach- und Pultdachhäuser
Das weiß ja jeder: Flachdächer sind eine Dachform, die sehr anspruchsvoll ist und sensibel auf die richtige Eindeckung und besonders den sicheren und dichten Übergang zu den Kranzbrettern (Windfedern) reagiert. Anders gesagt: auch unsere Pult- und Flachdachmodelle sind ‚schwierig‘ und erfordern perfekte Ausführung der Schweiß- und Dichtbahnen sowie der Ortgänge. Erleichternd jedoch ist der ansonsten sehr anfällige Wasserablauf: unsere Häuser sind zur Rückwand mit einer durchgehenden Traufe konstruiert – klar, auch da braucht ihr ein Traufblech und eine Dachrinne, aber so ist der Wasserablauf einfach herzustellen. Interessant ist hier auch das Produkt EPDM Dachabdichtung – speziell für Flachdächer konzipierte hochflexible und dauerhafte Bahnen gleich als Endeindeckung, die vollflächig und sicher verklebt werden.

Wie ihr seht, haben wir hier leider keine einfache und schnelle Lösung für euch parat – denkt aber bitte immer bei der Auswahl eurer Dacheindeckung daran, um was es hier geht: um nicht mehr und nicht weniger als um die dauerhafte Haltbarkeit eures Hauses – ein Fehler am Dach oder hier, am falschen Ende ‚gespart‘ und in wenigen Jahren ist der Traum vom schönen Gartenhaus ausgeträumt – und das wollen wir doch alle nicht.

7. Vorder- und Rückwand
...und was ist mit der Vorder- und Rückwand? Klar, auch hier wollen wir das Wasser vom Haus ‚abhalten‘. Da nun die meisten unserer Häuser ein verlängertes Vordach haben, stellt sich dieses Problem bei Vorderwänden weniger. Bei den Rückwänden hilft eine ganz einfache (und kostengünstige) Methode, damit das hier ablaufende Wasser nicht das Erdreich aufspritzen lässt, was wiederum so Nässe an den Wänden bindet und dort der Verrottung Tür und Tor öffnet. Stellt einen kleinen ‚Graben‘ her (ideal mit Wurzelvlies auslegen) und füllt diesen mit groben, gewaschenem Kies (z.B. Körnung z.B. 8-16 mm). Dadurch kann hier das Regenwasser gleich versickern, ohne Schäden zu verursachen.
Gute Idee: die Enden der Fundamenthölzer auch mit einbauen.

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